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FC Porno Villa – VfL Linden 3:3 (0:1)

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Gespeichert von trainer am/um 22. Juli 2022 - 20:36

An einem wunderschönen Tag im frühen Mai, mit dem Potential, das Bier am Rande warm werden zu lassen, trafen die Tapire auf ihrer Heimatlichtung an der Engelsburger Straße auf den VfL Linden, mit dem sie schon die ein oder andere enge Kiste gemeinsam genagelt hatten.

Mit einem sich nahezu selbst aufstellendem kleinen Tapirrudel ging es los, in aller Bescheidenheit, denn bereits nach zwei Minuten und 24 Sekunden stand es 0:1 für Linden. Vorausgegangen war eine Flanke auf den Lindener Linksaußen, der, man wird es nie beweisen können, wohl einen halben Tagesritt im Abseits stand. Bzw. lief, mit dem Ball zur Grundlinie, von wo aus er Richtung langem Pfosten flankte, perfekt für den einlaufenden Kollegen, der unhaltbar für Marci einköpfte. Der Rückstand ließ die Tapire aber weder zaudern noch erlahmen, sie spielten ordentlich und hielten dagegen. Linden hatte bisweilen mehr und länger Ballbesitz, wurde aber von taktisch sich schlau bewegenden Tapiren von großen Chancen abgehalten. Doch bereits nach gut 20 Minuten mussten die Tapire das erste Mal wechseln, weil Hans ein kurzes Debut als Innenverteidiger mit seinem Bruder durch Umknicken im Zweikampf abbrechen musste. Andi übernahm seine Position. Einmal rettete die Latte, allerdings hatte Marci mit strengem Blick dafür gesorgt, dass der Ball auch dorthin flog. Wenn ich mich recht entsinne, traf aber auch Pablo einmal Alu, auf jeden Fall fiel vieles bis zur Halbzeit, aber keine Tore.

Gesäumt von blumigem Grand Cru kam dem Trainer der Gedanke, Janni, den er bisher einmal auf rechts aufgestellt hatte, vorne zentral als Stürmer einzusetzen und Pablo dafür nach rechts als Offensivkraft zu etablieren.

Was fruchtete wie Schimmelpilz im Innenbad, schnell und zahlreich. Denn nahezu analog zum ersten Lindener Tor fiel der Tapirausgleich ebenfalls in der 3. Minute (der zweiten Hälfte) und auch hier kann niemals bewiesen werden, dass eine Abseitsstellung bei dem Pass von Pablo auf Janni vorlag, der die Kunstlederblase gekonnt mit der Innenseite ins linke lange Eck zum 1:1 weiterleitete. Das war Jannis erster Tapirtreffer und der zweite folgte sogleich. Knapp fünf Minuten später gelang ihm dieser nach Vorarbeit von Jasper, die auch der Erzählung wert ist. Denn Jasper hatte den Ball bereits 30 Sekunden zuvor im zentralen Mittelfeld erhalten und war damit einmal komplett durchs Mittelfeld mäandert. Es schien, als wolle er das berühmte „Fang mich doch, dann fick ich Dich“ mit Linden spielen, versetzte Gegner mit Hasenhaken und Wieselwendungen, schob eine Zidane-Drehung dazwischen und drehte und wendete sich, bis er vier Verfolger um sich herum hatte, alle bis zur Erbrechensgrenze schwindlig gespielt, allerdings verzichtete Jasper damit quasi komplett auf Raumgewinn. Er stand an der gleichen Stelle wie zuvor, allerdings mit deutlich mehr Gegnern. Jedoch gelang es ihm vortrefflich, sich Raum zu verschaffen, indem er per Achsen-Drehung mit Ball zwischen zwei Gegnern hindurch schlüpfte und den anspielbereiten Janni mit einem fußgerechten Pass in Szene setzte. Dessen Mitnahme formidabel gelang, ebenso wie die folgende Täuschung des letzten Verteidigers, der Abschluss in den rechten Winkel zum 2:1 wirkte hier ein wenig übertrieben bei Jannis zweitem Tapirtor. Das lief ja mal gut an und hatte auch acht Minuten Bestand. Dann aber glich Linden per Konter über rechts mit scharfem Flachpass an den langen Pfosten und dortiger Vollstreckung zum 2:2 aus. Passiert, Rüssel abwischen, weitermachen. Machten die Tapire auch und knapp zehn Minuten später setzte Paul Janni im Strafraum in Szene, der nach einer Drehung durch ein zu spät kommendes Lindener Bein gefällt wurde. Pornoelfer und Tobi übernahm die Verantwortung. Kurzer Anlauf, Torhüter ahnte die richtige Ecke aber Tobi wählte die knappest mögliche, sichere Vollstreckung, linker Innenpfosten und rein zum 3:2. Fortan waren noch 20 Minuten regulär plus Nachspielzeit zu kicken, eine seidene Führung, die es aktiv zu verteidigen galt. Was die Tapire auch taten, Pablo hatte kurz darauf eine attraktive Gelegenheit, auf 4:2 zu stellen und Joscha ließ das Gebälk erzittern, aber beides war nicht von Erfolg gekrönt. Im Gegensatz dazu gelang es den Lindenern etwa 8 Minuten später, den Ausgleich zum 3:3 zu erzielen. Im Anschluss an eine Ecke kam es zum berühmten zweiten Ball, den die Tapire nicht energisch genug verteidigten und welcher seinen Weg ins Netz fand. Die letzten Minuten brachten noch jede Menge Spannung, ein paar Chancen auf beiden Seiten, aber letztlich keine Tore mehr und somit keinen Gewinner.

Aufgrund des späten Ausgleichstores fühlte sich das Unentschieden nicht so gut an, wie es eigentlich war. Die Tapire hatten in diesem Spiel Resilienz vom feinsten offenbart und waren läuferisch wie spielerisch, aber vor allem optisch eine Augenweide.