Sie sind hier

Ackerfreunde Bochum – FC Porno Villa 4:3 (3:0)

Bild des Benutzers trainer
Gespeichert von trainer am/um 25. September 2019 - 23:31

 

Und schon wieder ging es gegen die Ackerfreunde, die diesmal allerdings deutlich verjüngt im Gegensatz zum Volker-Gedächtnisspiel auftraten. Ebenso die Tapire, die einen satten 16er-Kader präsentierten mit vielen prächtigen Jungtapiren. Unter anderem auch Liganovize Pascal, der sich zunächst die erste Halbzeit auf dem schmalen, aber ewig langen Ex-Ex-Tapir-Heimatplatz an der Gahlenschen Str. ansehen durfte.

Derweil gab es auf der Asche von Beginn an nur eines: Tapirdruck! Das Rudel setzte sich zu Beginn aus folgenden Prachtbullen zusammen: Paul – Phil, Sven, Domme, Björn – Gumppi, Tim, Ole, Martin – Schmiddi, Pablo. Die alles früh abräumten, eroberten und direkt nach vorne schickten. Nach einigen mediokren Chancen sorgte eine Ecke der Tapire für Gefahr höchster Güte, die von Sven direkt per Kopf mustergültig als Aufsetzer ins lange Ecke sondiert wurde, aber vom Ackerwart mit ebensolcher Mustergültigkeit neben das Tor gelenkt wurde. Bis zur Mitte der ersten Hälfte hatte Pauls Torwarthose noch kein Stäubchen Asche gefressen, so sehr dominierten die Tapire das Spiel. Aber (immer wenn dieses Wort am Satzanfang in diesem Spielbericht erscheint, kommt Kacke) in der 22. Minute gingen die Ackerfreunde mächtig unverdient in Führung. Um mir selbst die Mühen der Torbeschreibung zu ersparen, zitiere ich gekürzt Arnes Spielbericht: „...Der nach 20 Minuten frisch vom Wickeltisch eingewechselte Arturo luchste einen eigentlich aussichtslosen Ball geschickt dem Abwehrspieler vor der Torauslinie noch ab, um ihn dann perfekt dem mitgelaufenen Sascha (G.) zu servieren, der nur noch einzuschieben brauchte.“ Doch die Tapire ließen sich nichts anmerken und drückten weiter, kamen immer wieder zu delikaten Angriffen, die im Abschluss jedoch verhungerten. Aber (sic!) in der 33. Minute war Kot erneut Trumpf. Diesmal war es ein weiter Ball der Ackerfreunde, den unsere an sich bombig sichere Innenverteidigung, bestehend aus Sven und Domme, souverän ablief, doch als sie das Spielgerät sozusagen im Sandwich hatten, war es erneut besagter Arturo, dem es gelang, dazwischenzuspitzeln und einen perfekt getimten Heber über unsere Torkrake zu setzen, der hoch in die Maschen zum 2:0 einsank. Jetzt waren die Tapire wütend und reagierten prompt mit einer Doppellatte. Zunächst war es Schmiddi, der einen fulminanten Schuss an dem Querbalken setzte, wovon der Ball ins Spiel zurücksprang und irgendwie in die Mitte zu Pablo gelangte, der ihn aus 9 Metern ebenso gegen das horizontale Aluminiumgestänge köpfte. Aber, hasse Kot am Stiefel, dann hasse Kot am Stiefel – und so fiel nur drei Minuten später im dritten ernstzunehmenden Angriff der Freunde der dritte Treffer für sie. Diesmal war es ein Konter über links, der in die Mitte geflankt und zur Seite abgelenkt wurde, wo der Schütze des ersten Treffers (Sascha G.) aus halbspitzem Winkel den Ball ins waidwund offene rechte Eck des Tapirtores zum 3:0 schaufelte.

Das reichte aber auch, um für eine der kotlastigsten Halbzeiten der Tapirhistorie zu sorgen. Zwar nicht haus-, aber zumindest hundehüttenhoch überlegen und trotzdem 3:0 hinten. Durch Moritz' und Sepps gemeinsamen Einsatz zu Beginn des Spieles war für ein feingekühltes Raster Grand-Cru gesorgt, das den Schmerz tilgen und zu Heldentaten motivieren sollte. Der Trainer hatte kurz im Trainerhandbuch für ausweglose Situationen nachgeschlagen und dabei war ihm das Kapitel „klare, erreichbare Ziele kommunizieren!“ aufgefallen. Gelesen, gesagt: „In diesem Spiel fallen nur noch Treffer auf dieses Tor.“ Er deutete mit der Hand auf jenes Tor, in das bisher alle Treffer des Spiels gefallen waren. „Und es müssen noch mindestens vier sein!“ Für diese Aufgabe gab Pascal sein Stelldichein und Elias ersetzte Phil, später kam noch Joscha.

Die klare Ansage schien angekommen zu sein im Rudel, denn es drückte nicht nur wie bisher, sondern fing nach 8:43 Minuten gar an, die Aufholjagd zu starten. Einfach und pragmatisch: Elias zog von rechts gen Mitte und flankte dann perfekt auf den Kopf des offensiv herbeifliegenden Ole, der die Einladung mit Geschick und Hingabe gekonnt im rechten Eck zum 3:1 unterbrachte. Nur acht digitale Minutenzeigerumdrehungen später agierte Ole per Freistoß als Assistgeber des 3:2. Schnittig brachte er den Ball von Halbrechts tief in den Strafraum, wo Schmiddi perfekt einlief und den Ball wuchtig einnetzte. Die Tapire waren los und stürmten, als gäbe es kein Morgen. Aber Kot kommt selten allein und immer wieder zur unpassendsten Zeit. Um mir selber schmerzhafte Gedanken und Worte zu ersparen, gebe ich rüber zu Arne: „...zum Glück hielt unser Bollwerk und Dirk bewies schließlich seinen Torriecher, als er nach einem Befreiungsschlag den Ball eroberte und aus knapp 40 Metern über den aufgerückten Torwart hinweg das 4:2 erzielte.“ Damit war leider der Trainersche Auftrag ad absurdum geführt, doch es waren noch 20 Minuten zu spielen und da die Tapire bisher ohnehin drückten, behielten sie diesen Modus selbstredend bei. Doch hoch, weit, flach, feste, kurz und tief erbrachten in Summe lange nichts. Es dauerte bis zur 73. Minute, bis den Tapiren der zweite Anschlusstreffer des Spiels gelang. Eine abgewehrte Ecke kam nach links zu Gumppi, der in den Strafraum flankte, perfekt für Sven, der den Ball elegant und unhaltbar ins Tor zum 3:4 köpfte. Die Tapire warfen nun alles nach vorne, der Trainer brachte noch Sepp als Leuchtturm fürs Sturmzentrum. Er und einige weitere Tapire klopften noch am Ausgleich, jedoch (die zweieiige Zwillingsschwester von aber) weigerte sich das Spielgerät in den letzten Minuten nochmal die Torlinie zum mehr als verdienten Ausgleich zu überqueren.

Vor allem gegen die Ackerfreunde verdeutlichte sich einmal mehr die Binsenweisheit, dass Balldominanz im Spiel nicht zwangsläufig ausschlaggebend für das Endergebnis ist. Und, dass die Freunde des Ackers es sehr gut verstehen, aus der Distanz erfolgreich zu schießen. Unbenommen davon bleibt festzuhalten, dass die Tapire nach dem Ersthalbzeitsupergau die Trainermarschroute lange konsequent durchhielten, dann aber ...

 

 

Kommentare

der schlimmsten und unverdientestestesten Niederlagen in letzter Zeit. Danke für den trotzdem erheiterten Bericht!

vielen Dank für den schönen Bericht zu einem unschönen Spiel!

Für den humoristischen Bericht eines Kothaufens von Spiel. Zum Glück hast du die beiden Großchancen in der ersten Halbzeit rausgelassen, in denen wir jeweils mit zwei Spielern frei vor dem Torwart auftauchten und der ballführende Spieler lieber selbst abschloss als abzuspielen auf den Mitspieler, der dann den Ball ins leere Tor hätte schieben können. So habe ich mich beim lesen nicht mehr so stark ärgern müssen. Puh, Glück gehabt...

Mach es wie die Holländer, erlebe die EM vor dem TV (Media Markt)

...hatte diese Information bereits erfolgreich verdrängt. Danke der Erinnerung...

FC Porno Villa - mehr als wie 'ne Mannschaft