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Die Hand Gottes – FC Porno Villa 1:2 (0:2)

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Gespeichert von trainer am/um 11. Dezember 2016 - 0:50

Tim exhumierte mit seinem Primärtor für die Tapire zum 0:1 unbekannte Emotionen, die Joscha mit seinem 0:2 noch verstärkte

 

Es war der finale Ritt um das goldene Hämatom auf dem rustikalen Lohhof-Geläuf, das von einer zarten, aber enorm festen Eis-Glasur überzogen war, was sich in erheblicher Trittunsicherheit manifestierte. Kein Land für wuselige Dribbler und technische Feinakrobaten wie den Trainer, weshalb er beschloß bei finalerweise doch zwölf angemeldeten Tapire dick vermummt in Zivil zu bleiben, keine Aufstellung zu machen und Bier zu trinken. Doch Schockschwerenot, die Spieler baten um eine Aufstellung und Bier war keins da. Also zimmerte der Trainer wirr eine Aufstellung zusammen mit zwei rechten, aber keinem linken Außenverteidiger, was er kurzum noch korrigierte. Währenddessen kümmerten sich Auswechselspieler Schmiddi und Zuschauer Lukas ums Bier.

Also doch beste Traineraussichten auf das letzte Spiel in Liga Eins auf einer wirklich fiesen, harthubbeligen Schlittschuhbahn, man konnte akustisch unterscheiden, ob ein Spieler Noppen oder Nocken trug. Die mit Noppen waren leise, die mit Nocken hörten sich wie Stöckelschuhe auf Billiglaminat an. Trotz oder ob der widrigen Bedingungen waren die Allwetter erprobten Tapire von Beginn an dominanter und verzeichneten bereits in der dritten Minute durch Dominik B. den ersten Torschuss, unerfolgreich wie weitere Versuche der Tapire, während Gottes Füße zumeist in vorletzter Instanz in ihren Offensivbemühungen gestoppt wurden. In der 22. Minute verspürten die Tapire ein in dieser Saison geradezu exotisches Gefühl: Die euphorische Emotion des In-Führung-Gehens, was es zuletzt am 2. Mai (!) beim Spiel gegen Linden geschah. Tim fasste sich ein Herz und zog zentral an der Strafraumgrenze flach ins rechte Eck zum 0:1 ab. Derart euphorisiert ließen die Tapire nicht locker und knapp fünf Minuten später ließ Vinzent das Aluminium bimmeln. Aber dran war nicht drin, was aber postwendend folgte. In der Szenerie eines Getümmels bekam Joscha den Ball auf den Fuß und verpflanzte ihn aus mittlerer Nahdistanz halbhoch in die Maschen zum 0:2, welches die Tapire bis zur Halbzeitpause sicher über die Runden zu bringen vermochten.

Der aportierte, zunächst warme Cru war durch die meteorologischen Umstände bereits auf Idealtemperatur heruntergekühlt und eigente sich perfekt zum Benetzten trockengelaufener Kehlen. Auswechselspieler Schmiddi wollte noch nicht, er war in einen interessanten Plausch mit den beiden glücksspenden Spielerfrauen von Vinzent und Oli vertieft.

Somit ging es mit gleicher Besetzung in die zweite Runde. Auch am Spielgeschehen änderte sich wenig, die Tapire agierten weiterhin mehr in des Gegners Hälfte als andersherum und sorgten für ein ­gutes Dutzend an Halb-, Dreiviertel- und Ganz-Chancen, die jedoch durchweg nicht zielführend waren. Mitte der zweiten Halbzeit erzielten die Hände allerdings nach einem Konter den 1:2 Anschlusstreffer, was zwar emotional den Druck erhöhte, den Spielverlauf aber nicht signifikant beeinflusste. Die Tapire zeigten sich defensiv hochsensibilisiert und knackten das Spiel der Hände spätestens in der Vorstrafraumzone um dann immer wieder gefährliche, wenngleich wirkungslose Schnellangriffe zu setzen. Aber selbst als die Hände am Ende alles nach vorne warfen, loderte kein größeres Gefahrflämmchen mehr im Tapirsstrafraum auf. Mit dem Abpfiff des souveränen, vermummten Schiedsrichters gelang es den Tapiren, nach mehr als einem halben Jahr wieder mal mit drei höchstverdienten Punkten im Gepäck nach Hause zu fahren.

Der schmeichelhafte gleichwohl versöhnende Abschluss einer Saison, die mit dem Wort „Kacke“ am treffendsten zu beschreiben ist. Denn viele Spiele hatten einen ähnlichen Verlauf wie dieses, jedoch offenbarten sie immer ein inverses Ergebnis. Daher innigster Dank von mir an alle Tapire, die durchhielten, die trotz des regelmäßigen Schrubbens jedesmal wieder alles in die Waagschale warfen. Krasser Respekt, Bros and Sis...