Sie sind hier

FC Porno Villa – Die Hand Gottes 2:4 (1:0)

Bild des Benutzers trainer
Gespeichert von trainer am/um 23. Juni 2014 - 0:10

Stilvoll tapirfarben in Szene gesetzte Torschützen: Oli zum 1:0, Tobi zum 2:2

 

Ein malerischer Abend an der Anglecastle Lane, 16 Grad Außentemperatur, gepflegter Kunstrasen, von Stephan gestifteter Kasten Cru plus Extraflasche gratis, 13 Tapire, genausoviele Gegner und eine souveräne wie charmante Schiedsrichterin.

Dazu ein Beginn nach Tapirgusto. In der zweiten Minute hatte Robin nach Steilpass freie Eckenwahl, entschied sich aber für Fangzaun. Acht Minuten später ging der FC Porno Villa durch kein Tor mit 1:0 in Führung. Nach einer Ecke von links hatte zunächst Robin den Torwart aus kurzer Distanz geprüft, der den Ball hoch nach vorne abwehrte, der dann von Tobi aufs Tor geköpft wurde, vom Torwart wiederum hoch nach vorne zurückgepatscht wurde, wo Oli sich in die Lüfte schraubte, den Ball hoch auf seinem dichten Haarschopf erwischte und ihn mit der Fluggeschwindigkeit einer rasanten Seifenblase hoch gen langes Eck manövrierte. Gerade in dem Moment, als der Ball mit ca. 2 km/h die Linie überqueren wollte, kam eine nicht regelkonforme Hand Gottes ins Spiel, nämlich die eines Verteidigers, der den Ball zur Ecke faustete. Frau Schiri pfiff und lief auf den Spieler zu, der zur Selbstrettung blitzschnell entgegnete, dass der Ball schon dringewesen sei, weshalb einfach nur Tor gegeben wurde. Was aus ballistischer Sicht schwer möglich ist, denn einen Ball von hinter der Linie aus neben das Tor zu fausten bedarf schon ganz besonderer technischer Fertigkeiten. Wie dem auch sei, es hätte sonst gemäß Regelkunde Elfmeter und ein rotes Kartönchen geben müssen, daher war dies die pazifistischere Variante. Die Tapire blieben zirka weitere acht Minuten das gefährlichere Team, bis sich die Gauchos immer wohler auf unserem Kunstrasen fühlten und sukzessive feines, schnelles Kurzpasspiel feilboten und deutlich die Oberhand des Spieles inklusive der wichtigen Kategorie zweite Bälle gewannen. Was bedingte, dass die Tapire zwanzig Minuten lang wie Studenten morgens in der U35 in ihre Defensive gepresst wurden und Marci einige Male unter Einsatz seines physischen Wohlergehens die Unbeflecktheit des pornösen Tores aufrecht erhalten musste. Porno wackelte heftig, fiel aber nicht.

Somit entbrannte unter Missachtung von Stephans wohltemperiert serviertem Halbzeitelexir eine rege Diskussion, wie wir uns in der zweiten Halbzeit aus der göttlichen Hände-Umklammerung lösen könnten. Die basisdemokratische Quintessenz dieses Diskurses ergab, dass die Abwehr ein wenig offensiver verteidigen solle, was generell die Ballgewinn- und Spielanteile erhöhte, allerdings ergebnistechnisch zunächst nach hinten losging.

Denn kaum fünf Minuten nach Beginn der zweiten Hälfte spurteten die göttlichen Füße äußerst schnell nach Ballgewinn nach einer pornösen Eck auf und davon, flankten mustergültig an den langen Pfosten, von wo aus platziert zum 1:1 eingeköpft wurde. Nur weitere fünf Minuten später lagen die Tapire auf einmal mit 1:2 hinten, nach einem präzisen Pass in die Mitte und einer einfachen aber effektiven Vollendung durch die Innenverteidigung und links an Marci vorbei. Nach dieser kalten Dusche schüttelten sich die Tapire ein, zwei Mal und ließen fortan das Bällchen wieder etwas exakter zirkulieren. Doch es musste erneut ein Standard herhalten um ein exzessives Trainergeklapper mit neuerworbenen Teutonenklappern zu verursachen. Eine präzise Ecke von Robin auf die Stirn des schwungvoll heranfliegenden Tobi, der mit einer lehrbuchgerechten Nickbewegeung den Ball hoch ins Netz zum 2:2 pflasterte. Das Spiel war offen, weiterhin von etwas mehr Gaucho-Ballbesitz geprägt, aber die Tapire setzen immer wieder fiese offensive Nadelstiche und waren bei Standards weiterhin brandgefährlich. Nach einem Freistoß von Daniel auf den langen Pflosten, den Patrick knapp nebens Tor setzte entstand ein zunächst gemächlicher Angriff der Gauchos, der Mitte unserer Hälfte ein wenig Fahrt aufnahm und in einem Steilpass in die Tiefe mündete. Diesen erliefen gleichzeitig ein Gottesstürmer und Marci, nicht ganz, denn der albicelestgekleidete Atacante hatte den Fuß am Ball, während Marci mit seinem dessen Fuß touchierte und diesen damit vehement fällte. La árbitra zeigte postwendend auf den punto, zeigte Marci die tarjeta amarilla generosa und gab einen verdammt berechtigten penalti. Den el gato de altehofe mit situativ korrekt eingeschätzem Bewegungsreflex aus dem rechten Eck fischte. Zwei Zeigerumdrehungen später, in der 73. Minute, kam es im pornoesken Strafraum nach einem kurz abgewehrten Angriff zu einem Fußgemenge zwischen Joscha und einem göttlichen Spieler. Welcher dabei lautstark zu Boden fiel und einen erneuten Elfmeter gegen die Tapire bewirkte. Diesmal trat der gotteshändische Torwart an und guckte sich Marci aus, ließ ihn fliegen und schob halbhoch mittig zum 2:3 in die andere Ecke. Die Tapire mussten nun die Knöpfe untenrum ein wenig lockern und präsentierten sich dadurch einen Hauch offener im Schritt. So führte ein gut 65 Meter weiter Abstoß der Gauchos nach einer pornoesken Halbchance direkt zur Vorlage des 2:4, der letzte Tapir segelte unter dem aufgesprungenen Ball um ohrenhaaresbreite durch, was der dadurch allein auf Marci zulaufende Albiceleste schamlos per Flachschuss ins rechte Eck ausnutzte. Damit war der Tapir gepudert, ein letztes fünfminütiges Aufbäumchen blieb minder erfolgreich.

Ebenso nun auch der Tabellenstand der Tapire, wieder Vorletzter nach geschenkten drei Punkten und zwei Niederlagen gegen unmittelbare Kontrahenten. Es weht ein rauer Wind in Freizeitliga Eins...