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FC Porno Villa - SG Sundern 12:1 (7:0)

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Gespeichert von trainer am/um 22. September 2013 - 0:22

Menschen, Tormaschinen oder bionische Wesen? Nennen wir sie bekleidete Balotellis, die vollstreckenden Tapire und ihre Astrakörper: (vlnr.) Sepp mit seinem Jungferntor zum 9:0, Oli mit dem 8:0 und 12:1, Gumppi mit dem 1:0, Moritz, der ebenfalls erstmalig zum 3:0 für die Tapire einlochte, Tobias, der für das 5:0, 7:0, 10:0 und 11:0 sorgte und Nils, dezent abseits gehalten, weil er in der zweiten Hälfte zu Sundern überlief, mit dem 2:0, 4:0 und 6:0

 

Durch die Absage von SW Bochum hatte Micha dankenswerterweise direkt als Ersatz ein Freundschaftsspiel gegen seine Sunderaner angeboten. Das wir gern annahmen und in Vollzähligkeit plus Trainer gegen zehn Sundaliener durchführten. Der Trainer, da dieses Spiel offiziell gemeldet war, musste wieder mal den Schiri mimen, so dass die goldene Pfeiffe von Eppendorf, die diesmal ziemlich kakophonisch klang, ordentlich zum Einsatz kam. Als Schiedsrichter muss man, so habe ich in einem DFB-Laboratorium errechnen lassen, im absoluten Miniumum in einem Freizeitliga-Spiel sechs mal pfeiffen: Einen Pfiff, um die Mannschaften zusammenzutrommeln, An- und Abpfiff, dasselbe nochmals in der zweiten Halbzeit. Mein güldenes Hörnchen wurde deutlich stärker beansprucht, es trillerte exakt 43 Mal an diesem Abend. Neben den erwähnten sechs Standardpfiffen gab es fünf Fouls (Porno 2, Sundern 3) und eine Abseitsentscheidung gegen die Tapire, die mich zu akustischem Einsatz zwangen. Fünfmal winselte das Eppendorfer Hörnchen stakkatoartig, als Sundern den Anstoss nach dem 11:1 viel zu früh ausführte und mein Getröte ignoriernd einfach weitermachte. Insgesamt sechsundzwanzig Pfiffe waren dem Torreigen geschuldet, jeweils dreizehn um die Treffer zu bestätigen und dreizehn folgende Anpfiffe.

Soviel zu meiner Erlebniswelt, nun zum Spiel: 11 Tapire gegen 10 Sunderosen bedingten in der ersten Halbzeit ein derartig einseitiges Spiel, dass sich sogar unser Torhüter Marci wegen Kälte, Bewegungsdrang und offensivem Torwartspiel insgesamt vier Mal länger in der gegnerischen Hälfte aufhielt. Er hätte in der ersten Halbzeit auch gegen ein filigranes chinesisches Teeservice ersetzt werden können, die Null hätte trotzdem gestanden. Dementsprechen einseitig, im wahrsten Sinne des Wortes, verlief das Spiel. Aufgrund der Vielzahl an Toren werden knappe Chancen in diesem Bericht ausgeklammert, daher komme ich direkt zum Reingemachten:

+++ 1:0 (4.) Gumppi: Ein persönlich zurückeroberter Ball, den er in costaricanischer Lahm-Manier nach Innen ziehend sich vorlegte und aus 18 Metern gegen den Innenpfosten setzte, wovon dieser ins Tor trudelte+++

+++ 2:0 (12.) Nils: Konter über Tobi, der zu Nils nach links in die Tiefe passte, welcher nach innen ziehend, Gegner natzend rechts gepflegt einschob+++

+++ 3:0 (14.) Moritz: Rannte nach eigener Aussage bei einer Ecke einfach schädelhinaltend Richtung Ball und sah ihn erst, als dieser bereits im Tor einschlug+++

+++ 4:0 (20.) Nils: Moritz konterte flott über rechts, legte den Ball fußgerecht auf Nils nach innen, der ein paar Gegner austanzte, einen relativ unspektakulären Schuss abgab, Torwart sah nicht ideal aus+++

+++ 5:0 (22.) Tobias: Nach Rückpass von Gumppi fummelte sich Tobi gegen zwei Sunderteken durch, sein Abschluss geriet leidlich unplaziert gen Torwart, der sich diesen selbst ins Tor löffelte+++

+++ 6:0 (24.) Nils: Setzte sich nach Vorlage von Moritz gegen zwei durch, zog halbfest ab, der Ball wurde von einem Sunderikaner abgefälscht, Torwart sah doof aus, aber eigentlich nicht sein Fehler+++

7:0 (30.) Tobias: Ein präziser Doppelpass mit Nils tief in der sunderesken Intimzone, den Tobi uncharmant aus vier Metern geradeaus hart servierte, der Torhüter hatte zwar noch die Hand dran, aber ihn trifft kaum Schuld, sehr fest aus nächster Nähe+++

+++ (39:36): Mit dem 19. Pfiff erlöste der Schiedsrichter die Mannschaften dezent verfrüht gen Halbzeitpause, da der Ball von einem Tapir meilenweit über den Fangzaun auf den Parkplatz gewemst wurde+++

 

Gänzlich unbecrut war die Halbzeit wie auch der Nachlauf des Gesamtereignisses. Es fand allerdings ein extramannschaftlicher Wechsel statt, da sich in der 35. Minute leider ein Sunderese das Knie verdrehte und nicht mehr zur zweiten Hälfte auflaufen konnte. Damit diese nicht noch einseitiger durch ein 11 gegen 9 geworden wäre, lief Nils freiwillig gen Sundern über, so dass die zweite Hälfte in einem gepflegten 10 gegen 10 abgehalten wurde. Da der Tapir-Dompteur wusste, dass der FC Porno Villa in seiner Geschichte noch nie zweistellig gewonnen hatte, und der lüsterne Pausenstand von 7:0 durchaus die Hoffnung erkeimen ließ, dieses historische Manko ad acta legen zu können, griff er ganz tief in die schwere psychologische Kiste. Wenn er in den Jahren etwas gelernt hatte, dann die Tatsache, dass die Tapire immer genau das Gegenteil machen, was er sagt. Wenn er forderte, dass hinten die Null zu stehen habe, gab es mindestens zwei Gegentreffer, wenn er Beton anrühren befahl, ernte er einen Sturmlauf, wenn er mehr Schüsse aufs Tor erbat, bekam er mehr Dribblings. Daher machte er für die Realisierung seines Zweistelligkeitswunsches sich den chronisch konterkarierenden Charakter der Tapire zunutze und lobte für das kommende Spiel eine Kiste Cru aus, wenn die Tapire nur einstellig gewinnen würden. Wie immer hielt sich das Team nicht daran und so kam, was schon lange hätte kommen sollen...

 

Dank Nils' Überlaufen und seinem unermüdlichen Einsatz als nun dunkelblau gekleideter Spielgestalter kamen die Sundernen in der zweiten Hälfte endlich auch häufiger in die Nähe unseres Tores und bescherten dem bisher leicht fröstelnden Marci etwas Arbeit. Allerdings war auch der zweite Durchgang weitestgehend von den Tapiren bestimmt, die geringfügig willkürlich Positionen mischten, Oli wurde als Stürmer für unseren Überläufer implantiert, wofür er nach fünf Minuten auch schon seine Eignung erwies.

+++ 8:0 (45.) Oli: Gumppi setzte sich wie gewöhnlich über außen durch, passte in den Rücken der Abwehr zu Oli, der unprätentiös rechts eingeschob+++

+++ 9:0 (56.) Sepp: Nach einer Ecke gelangt der Ball auf Umwegen an den langen Pfosten wo Sepp goldrichtig den Schädel hinhält +++

+++ 10:0 (52.) Tobi: Nach einer Ecke von rechts wurde der Ball nach links zu Gumppi abgewehrt, welcher präzise auf Tobi flankte, der formschön im langen Eck vollendete+++

+++ 11:0 (65.) Tobi: Gumppi zog endlich mal wieder an der Linie nach innen, legte erneut auf Tobi zurück, der aus kurzer Distanz formschön mit der Hacke vollendete+++

+++ 11:1 (67.) ???: Interims-Sunderaner Nils tankte sich über rechts gegen eine Handvoll Tapire nach innen ziehend durch und passte quer, der Ball wurde vom unbekannten Sunderalier über die Linie gedrückt+++

+++ 12:1 (78.) Oli: Der in der zweiten Hälfte als rechter Mittelfeldspieler agierende Volker setzte sich bis zur Grundlinie durch und legte zurück auf Oli, der ebenso schön wie Tobi zuvor per Hacke das Leder aus Nahdistanz über die Linie streichelte+++

 

Mit dem 43. Pfiff wurde der erste zweistöckige Sieg in einem Freizeitliga-Spiel des FC Porno Villa besiegelt, er fühlte sich leicht, locker, umschmeichelnd bzw. einfach schön an und hätte durchaus ein Gebinde delikater Grand-Crus verdient gehabt. Herzlichen Dank an die emsigen Tapire, Micha für die Organisation, die Sunderukken für ein äußerst lustiges und faires Spiel und an den souveränen, extrem gut gekleideten uneitlen Schiedsrichter.

 

Kommentare

...da ist dem Trainer heute aber ein Mittelgebirge vom Herzen gefallen. Denn als er nach dem Sonntagskick in seinem Keller die Spielgerätschaften sortierte, erschrak er gar fürchterlich: Die Tapir-Fahne war nicht mehr da. Und da er sich erinnern konnte, sie definitiv nicht nach dem Spiel gegen Sundern abgehängt zu haben und auch keinen Tapir dabei beobachtet hatte, war klar, dass sie wieder an der Engelsburger Str. hängengelassen wurde. Der Trainer verfluchte sich selbst und rief die Platzwärtin an, die er nicht erreichte. Heute rief sie zurück und machte ihn glücklich. Sie hat das heilige Tuch in ihre Obhut genommen und wird sie uns am Montag aushändigen. Damit ist klar: Wir brauchen einen Fahnenbeauftragten. Jemand der zuverlässig nach dem Spiel den greisen, vergesslichen Trainer daran erinnert, das Fähnchen abzuhängen und mitzunehmen!!!

FC Porno Villa - mehr als wie 'ne Mannschaft